Zeitfresser namens Hauptstadt
Aber irgendwann ist auch der schwerste Weg zu Ende -wir denken hier alle gern an die WM im eigenen Lande... dieser Weg wird kein leichter sein - und wir waren zu Hause. Nachdem der Kram aufgebaut war, konnte man dann ganz passabel in der Küche essen. Endlich lohnt sich das große Ding mal.
Soviel dazu. Was gibt es noch zu erzählen? Ja, ich hatte letzte Woche noch eine kleine Radtour an den Berliner Stadtrand hinter mich zu bringen. Leicht hin und schwer bepackt zurück. Ebay. Genaueres kann ich aber noch nicht verraten. Der Weihnachtsmann hat nicht nur kleine Helfer mit grünen Pullovern und spitzen Schuhen. Moment.
Ganz großes Highlight war natürlich noch der gestrige Mauerfall vor 20 Jahren. Und die Revolution. Und überhaupt. Vieles gabs zu feiern. Viele Berliner bei mir auf Arbeit wussten aber irgendwie nichts davon. "Halb Berlin ist dicht. Wisst ihr warum?" Tatsache. Ich wohn ja bekanntlich an der Bornholmer Straße. Die Geschichtsstreber oder TV-Junkies von gestern lauschen jetzt zurecht auf. Dieser Grenzübergang öffnete als erster. Also war hier gestern auch gut was los. Party, Feuerwerk und Nachmittags die Kanzlerin plus Gefolge. Als ich das gestern auf Arbeit erwähnte, hieß es nur, dass ich hätte zu Hause bleiben könne, wenn ich gesagt hätte, dass alles abgesperrt ist und ich nicht rauskomme. Naja, in fünf Jahren liegt die Mauer dann schon ein viertel Jahrhundert brach ...
Heute hatte ich dann noch einen besonders netten Moment auf Arbeit. Wir sind ja eine Werbeagentur, haben aber auch Kunden, die schlichtweg ihren Mailserver bei uns stehen haben. Selbige haben wir jetzt im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen umziehen lassen und die Kunden mit neuen Zugangsdaten versorgt. Hier und da kommt es vor, dass ein Kunde damit überhaupt nichts anfangen kann. Also ruft er uns an, lässt sich zu mir durchverbinden und möchte dann eine genaue Anleitung für sein Mailprogramm XY. Webcommander der ich nun mal bin, kenne ich natürlich auch jedes Mailprogramm. Nicht. Aber irgendwie sind die ja immer gleich gestrickt und wollen alle die gleichen Eingaben.
Es gibt allerdings auch Kunden, die besonders an die Hand genommen werden wollen. Diese rufen mich mehrmals am Tag an, um etwas an ihrem Programm geregelt zu bekommen. Das hält auf. Also habe ich mir dann doch noch mal ein wenig mehr Zeit genommen und zu einem bestimmten Problem eine ausführliche Anleitung geschrieben. Mit fett und kursiv und so weiter. Als ich dann mal fünf Minuten nicht am Platz saß, war wieder einer dieser Kunden dran. Die Kollegin geht ran und lässt mir eine Notiz da, ich solle den Kunden dringend zurück rufen. Nichts täte ich lieber! Also mach ich mir wieder alle Programme mit seinen Daten etc. auf und ruf ihn an. Da sagt er mir nur, dass er äußerst begeistert von meiner vortrefflichen Anleitung ist und ich solle das doch am besten hauptberuflich machen und wenn er doch immer solche Anleitungen kriegen würde und und und. Ich überlegte schon kurz, zu erwähnen, dass ich eine Mutter habe, die es auch vorzieht, bebilderte Anleitungen statt nur ein paar Ratschläge zu bekommen, lies den Gedanken dann aber auch aus Respekt zu Mutti sein und bedankte mich brav für das Lob.
Und ja Mutti, ich bin an deinen Problemchen schon dran ;)
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